Brand-Vorbeugung

Brand-Vorbeugung

Auch Zuhause sind frei Flure und unverschlossene Türen im Brandfall lebensrettend

Bei öffentlichen Gebäuden und Unternehmen werden Brandbegehungen durchgeführt, bei denen Gefahrenpotentiale erkannt und abgestellt werden, doch wie ist die Situation in Ihrem privaten Umfeld...

  • in der Wohnung,
  • dem Mietshaus
  • oder dem Eigenheim?

Haus- und Wohnungstüren sollen das problemlose Betreten von Räumen ermöglichen, sie sollen aber auch ungebetene Gäste am Betreten hindern. In Hausordnungen findet sich deshalb häufig folgender Hinweis:

Durch Abschließen der Haus- und Hoftüren kann das Gebäude für die Bewohner im Brandfall zur tödlichen Falle werden. Ein Panikriegel oder eine Türe, die sich nur mit Hilfe eines Schlüssels von außen öffnen lässt, von innen jedoch eine Klinke zum Öffnen besitzt, kann hier Abhilfe schaffen. 


Planen Sie zuhause Ihren persönlichen Rettungsweg und den Ernstfall

Überdenken Sie alle möglichen Brandorte in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus.

  • Habe ich ausreichend Rauchmelder?
  • Welche Möglichkeiten hat der Rauch sich auszubreiten? (siehe Rauchgefahren)
  • Welcher Rettungsweg steht mir an den verschiedenen Orten zur Verfügung?
  • Welche Notrufmöglichkeit für Feuerwehr und Rettungsdienst (112) habe ich an diesem Ort?
  • Ist mein Fluchtweg problemlos zurückzulegen oder Türen, Fenster, ....versperrt, abgeschlossen?
  • Ist der gemeinschaftlich genutzte Flur (Mehrfamilienhaus, ...) als Rettungsweg für mich verfügbar, wenn es in einer anderen Wohnung brennt? Gibt es dort Rauchmelder, die mit Rauchmeldern in den einzelnen Wohnungen über Funk - oder Leitung einen gemeinsamen Alarm auslösen?

Welche wichtigen Dokumente und Daten sind für Sie existentiell? Nicht nur bei einem Brand, auch durch einen Einbruch könnten diese für Sie nicht mehr zur Verfügung stehen. Bewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf. Dies könnte ein Bankschließfach oder ggf auch eine Kopie an einem externen Ort sein.


Rettungswege < - > Einbruchschutz

Der innen auf der Wohnungstüre steckende Schlüssel in Kombination mit dem Haustürschlüssel sichert im Brandfall den Rettungsweg ins Freie und er wird auch nicht leicht vergessen, wenn diese Türe immer abgeschlossen wird. Wäre die Haustüre in Mehrfamilienhäusern im Brandfall verschlossen, ist der mitgeführte Schlüsselbund lebensrettend. Die Schlösser der Türen sollten jedoch so beschaffen sein, dass das Öffnen von außen auch bei innen steckendem Schlüssel möglich ist.

 

Verschließbare Fenstergriffe erhöhen nicht nur den Einbruchschutz, sie verhindern auch wirkungsvoll den Sturz von Kleinkindern aus dem Fenster. Die Umrüstung ist bei vielen Fenstern problemlos möglich.Hier ist jedoch auch zu beachten, dass ein verschlossenes Fenster den Fluchtweg im Notfall versperren kann! Der Schlüssel  sollte im Notfall schnell verfügbat sein.

Rettungswege sind nicht nur im Brandfall lebensrettend:
In Wohnungen sind viele Türen mit den hier abgebildeten Schlössern ausgerüstet.

  • Wenn kleine Kinder in der Familie sind oder zu Besuch kommen, ereignet es immer wieder mal, dass Kinder sich in Zimmern einsperren.
  • Wird eine Person in einem verschlossenen Raum bewusstlos oder stürzt so, dass das Öffnen der Türe aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist, ist ein gut geplanter "Rettungsweg" entscheidend.

 

Das Öffnen der Türen bereitet weniger Mühe,

  1. wenn die Stirnfläche des Schlüssels bereits vor dem Notfall mit einer Eisensäge geringfügig eingeschnitten wurde. Der Schlüssel kann so mit einem Schraubendreher von außen im Schloss gedreht und herausgeschoben werden.
  2. Danach kann die Türe mit einem Zweitschlüssel - er wurde bereits im Vorfeld für den Notfall angefertigt -  problemlos von außen aufgeschlossen werden.
     

In einem Notfall hilft möglicherweise ein kräftiger Tritt gegen die Türe. Wenn der Hilfesuchende z.B. mit dem Kopf nahe der Türe liegt, könnte dies erhebliche Verletzungen verursachen.

 

Beim Sanitärräumen sind auch die hier dargestellten Türriegel eine in der Praxis erprobte Lösung.

Prüfen Sie "Ihre Rettungswege" kritisch:
Verschlossene, zugestellte Fluchtwege können im Notfall zur tödlichen Falle werden. Testen Sie

  • Zuhause
  • am Arbeitsplatz
  • bei der Ferienwohnung
  • im Hotel
  • ....

die Fluchtwege oder Fluchtmöglichkeiten auf Funktionalität.


Ein Aufzug ist im Brandfall nicht sicher. Er könnte ausfallen.  Sie wären darin gefangen und den Rauchgasen und der Hitze des Feuers ausgeliefert.
 
Beim Flughafenbrand 1996 in Düsseldorf benutzten Menschen den Aufzug. Ihnen war nicht bekannt dass es in einer anderen Etage brannte. Als die Aufzugtüren sich dort öffneten, standen Sie im Brandrauch. Eine giftige, undurchsichtige Rauchwand. Die Aufzugtüren konnte nicht mehr schließen, da der Rauch die Lichtschranke blockierte. Die Technik unterscheidt nicht, ob ein Gegenstand, Mensch oder Brandrauch den Lichtstrahl vom Sender zum Empfänger unterbricht.
 
Heute gibt es auch Aufzüge mit Brandfallsteuerung. Welche Gebäude über eine intelligente Aufzugsteuerung verfügen, bleibt für den Nutzer jedoch im Regelfall unbekannt.
 
Abweichend von den Personen und Lastenaufzüben gibt es auch Feuerwehr und Evakuierungsaufzüge. An diese Aufzugsarten werden, dem Namen angepaßt, besondere Anforderungen gestellt.  (siehe Gruner-Brandschutz)

Die Kennzeichen für Rettungswege...

... sind international und den meisten Bürgern bekannt.  Die Türen auf dem Weg aus dem Gebäude müssen so beschaffen sein, dass sie sich im Gefahrenfall öffnen lassen. Schlösser müssen sich entriegeln lassen und abgestellte Gegenstände auf diesen Fluchtwegen oder vor den Türen sind unzulässig.Die Beschilderung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn auch ortsunkundige Personen mit ihrer Hilfe den rettenden Weg finden können. Abhängig vom Einsatzort können die Wegweiser im Dunkeln selbstleuchtend sein (fluoreszierend) oder über ein Notstromsystem im Einsatzfall beleuchtet werden .

weitere Info: Wikipedia

Notausgänge - Rettungswege ins Freie
Ein Hinweisschild "Notausgang - Parken verboten" verhindert nicht, dass dieser Ausgang durch rücksichtslose Falschparker versperrt wird. Bei der Kennzeichnung dieses Parkplatzes wurde der Notausgang nicht mit bedacht oder der Platz zwischen Parkbucht und Türe des Notausganges als ausreichend eingestuft. Damit eine dem Supermarkt entsprechende Menschenmenge im Notfall Platz vor den Türen des Ausganges vorfindet, wäre eine Sperrung der vorgelagerten Parkfläche angebracht.


Der Hinweis "NOTAUSGANG" auf dieser Außentüre verhindert nicht das Parken.

Fluchtwege in Gebäuden
Flure in Mehrfamilienhäusern, Hotels, öffentlichen Gebäuden,...sind lebensrettende Wege im Notfall. Sie müssen freigehalten werden und dürfen nicht durch Komoden, Fahrräder, Kinderwagen,... zugestellt werden. Dort abgestellte Gegenstände verhindern nicht nur das Verlassen des Gebäudes von vielen Personen in kurzer Zeit, sie stellen auch eine Brandlast dar. Sie könnten Brandquelle sein und dadurch den Fluchtweg unbrauchbar machen. Im Brandfall kann Rauch die Sicht im Flurbereich verhindern. Abgestellte Gegenstände sind dann Stolperfallen.

 

 

Freie Wege >> Voraussetzung für eine schnelle, lebensrettende Hilfe

  • Freie Flucht- und Rettungswege sind auch für Feuerwehr und Rettungsdienst wichtig.
  • Sie ermöglichen eine schnelle Hilfe vor Ort.
  • Zeit ist im eingetretenden Notfall lebensrettend.
  • auch bei der Anfahrt zum Einsatzort

 


Ein Beispiel für einen schlecht geplanten Fluchtweg bei einer Grundschule

Bei einer Grundschule wurde die abgebildete Außenwendeltreppe als Fluchtweg nachgerüstet.

  • Eine Wendeltreppe beinhaltet durch die kreissegmentförmigen Stufen ein erhöhtes Sturzrisiko.

  • Wenn Personen > hier Grundschüler < auf der Fensterbrüstung stehen, besteht  Absturzgefahr, wenn im Erstfall Panik entsteht, gedrängelt und geschupst wird. Das Geländer des Podestes auf der linken Seite ist auf gleicher Höhe wie die Fensterbank!

  • Warum wurde das Fenster nicht gegen ein bodentiefes ersetzt?

  • Falls dieses nicht möglich war, warum ist das Außenpodest nicht auf Höhe der Fensterbrüstung? Die Kinder müssten dadurch nicht rauf und runter klettern.