
Lithium-Ionen-Akkus sind in unserem Alltag vielfältig anzutreffen, sie gehören jedoch leider auch mit zu den negativen Spitzenreitern der elektrischen, brandauslösenden Geräte.
Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS) hat auf seiner Internetseite die wichtigsten Fakten zu Lithium-Ionen-Akkus zusammengestellt:
Das darin enthaltene Brandvideo des geladenen Akkus verdeutlicht sehr anschaulich, welche Energie im Fehlerfall abgegeben wird. Ein kritischer Zustand, der immer wieder zu Bränden führt, ist nach Untersuchungen des IFS das Laden der Akkus.

Besonders gefährlich sind Lithium-Ionen-Akkubrände an Bord von Schiffen. Hier herrscht oft räumliche Enge und es gibt viele brennbare Materialien. Selten gibt es die Möglichkeit, sich an Land zu retten. Aus diesen Gründen sind Löschmöglichkeiten bei Akkubränden auf Schiffen besonders wichtig. Yacht TV hat verschiedene Feuerlöscher für diesen Anwendungsfall getestet und die Ergebnisse in dem nachfolgenden Film präsentiert:
Die wichtigste Fakten rund um den Lithium-Ionen-Akku sind in den oben verlinkten Beiträgen erklärt. Zusätzlich gibt es einige Details, die in einem Fehlerfall, der einen Brand nach sich zieht, den Schadensumfang eingrenzen und die Zeit zur Eigenrettung erhöhen:
- Lassen Sie Akkus nie unbeaufsichtigt beim Ladevorgang. Dies bedeutet, vermeiden Sie räumliche, persönliche Abwesenheit und Schlafzeiten.

- Vermeiden Sie brennbare, im Besonderen leicht entzündliche Materialien im unmittelbaren Umfeld von Ladegerät und Akku. Dies trifft auch auf die Unterlage zu. Beachten Sie zusätzlich, was sich über dem Ladegerät und Akku befindet. Ist dort ein Regal oder ein Wandschrank,...? Möglicherweise hat ein anderer Ladeort mehr Freiraum nach oben und ist bei einem Akkuschaden mit Brandausbruch dadurch besser geeignet, einen Brand zu begrenzen oder zu verzögern.

- Ein Rauchmelder in unmittelbarer Nähe zur Akkuladestelle ermöglicht eine unverzügliche Alarmierung im Fehlerfall.
Den Brandvideos können Sie weitere wichtige Punkte zum Eigenschutz entnehmen:
- Der Akku setzte im Fehlerfall vor, während und nach dem Brand erhebliche Mengen an giftigen Gasen frei.
- Der eigene Gesundheitsschutz hat oberste Priorität. Abhängig von der Gasausbreitung und Raumgröße ist eine Brandbekämpfung nur mit lebenswichtigen Atemgeräten, über die u.a. Feuerwehr und THW verfügen, möglich. Unterschätzen Sie das Risiko einer Rauchgasvergiftung nicht!

- Die Akkus können in der Brandphase immer wieder unkontrollierte Bewegungen ausführen und brennende Akkuteile werden durch explosionsartige Selbstentzündungen und Ausgasungen weggeschleudert.
- Ein kurzzeitiges Verlöschen der Flammen ist keine Garantie für das Ende der Selbstentzündungen.
Sowohl
- der nächtliche Ladevorgang z.B. von Mobiltelefonen
als auch
- neben dem Bett oder im Schlafzimmer
sind vor diesem Hintergrund keine "gesunden Lösungen."

