www.Brand-Vorbeugung.de

www.Brand-Vorbeugung.de

Feuer

Im Alltag begegnen uns Feuer- und Flamme in der Weihnachtszeit mit Kerzen auf dem Adventskranz,

bei einem gemütlichen Kaminabend mit Freunden, mit kulinarischen Köstlichkeiten am Holzkohlegrill oder mit der Familie im Urlaub an einem Lagerfeuer. Das Licht der Flammen und die Strahlungswärme wirken angenehm und wir können unsere Sitzposition ändern, wenn die Temperaturen unangenehm werden oder der Wind sich dreht. Weht uns der Wind den Rauch ins Gesicht, wird es oft unangenehm: Die Augen fangen an zu brennen, es kratzt im Hals  und die eingeatmeten Gase führen schnell zum Husten. 

Im Rahmen der betrieblichen Sicherheitsunterweisungen bekommen einige Mitarbeiter/innen auch die Möglichkeit praktisch mit einem Feuerlöscher unter freiem Himmel am Brandsimulator ein Feuer mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen. Eine Brandschutz-Löschübung unter freiem Himmel ist allerdings nicht mit einem Gebäudeinnenbrand vergleichbar, was z.B. die Hitze- und Rauchausbreitung betrifft. Diese vorab beschriebenen Szenen sind für die meisten Menschen praktisch erlebte Alltagsbegegnungen mit Feuer und Flamme.

Geraten Feuer außer Kontrolle, so handelt es sich um einen

Brand.

Brände können beachtliche gesundheitliche und materielle  Schäden anrichten, deshalb ist ein vorbeugender Brandschutz wichtig. Ein grundlegendes Wissen zur Brandbekämpfung ist ebenfalls sinnvoll, wobei der Gesundheitsschutz und die Rettung aus dem Gefahrenbereich die höchste Priorität hat.


Für ein Feuer und für das unkontrollierte Feuer, den Brand, sind folgende Bedingungen erforderlich:

  • Brennbares Material, sowie
  • Sauerstoff muss im richtigen Mischungsverhältnis vorhanden sein (*) und
  • zum Entzünden ist eine Energie erforderlich, die sich nach dem brennbaren Material und Mischungsverhältnis richtet.

* hierzu gibt es auch technische Anlagen, die den Sauerstoffanteil reduzieren

>>Der Brandschutzbeauftragte: Sauerstoffreduktion als präventive Maßnahme  <<

>>Fa. Wichmann: Sauerstoffreduktion <<

Was passiert bei einem Brand in einem Gebäude? / Rauchgasvergiftung

Beim Brand werden im Rauch eine Vielzahl von Gase freigesetzt, die durch Hitze unter die Decke steigen, daran entlang strömen und den Raum füllen. Sie enthalten giftige Gase. Hierzu zählen u.a.

  • Kohlendioxyd,
  • bei geringem Sauerstoffanteil Kohlenmonoxid
  • und Atemgifte, die durch Verbrennung von chem. Verbindungen entstehen. (Stickoxyde, Blausäuredämpfe, Chlorwasserstoffe, Ammoniak,...)

Typischerweise verlieren die Betroffenen im dichten Rauch die Orientierung. Durch Einatmen der Rauchgase, die ins Blut übergehen und dort zu Vergiftungen führen, werden sie bewusstlos und sind nun hilflos der Brandwärmeeinwirkung (Hitze) ausgesetzt. Wenn die Rauchgase nicht unmittelbar zum Tod führen, können sie durch das Einatmen Verätzung der Atemwege und Vergiftungen des Körpers verursachen. Die Auswirkungen sind dabei so vielfältig wie die zur Verfügung stehenden Brandmaterialien und Gemische. 60% der Todesfälle bei Bränden sind eine Folge der Rauchvergiftung.

Abhängig von der Rauchkonzentration und der Zusammensetzung können bereits wenige Atemzüge tödlich sein. Wie eine fehlende Orientierung wirkt, kann jeder testen, wenn er sich die Augen verbindet und dann einen bekannten Ort, z.B. die eigene Wohnung durchquert. 

Rauchgase führen zusätzlich zu Verschmutzung der Haut und Materialoberflächen mit giftigen Ablagerungen (Kontamination). Auch diese haben Gesundheitsschäden zur Folge.


Die Wärme- & Hitzewirkung

Die Temperatur führt zur

  • Verbrennung der Haut,
  • Entzündung weiterer brennbarer Materialien im Strahlungsfeld der Hitze,
  • Veränderung der statischen Eigenschaften von Bauwerken (Einsturzgefahr) durch Temperatureinfluss auf Metalle

Druckwellen
Sie entstehen durch

  • schnell ablaufende Verbrennungen, wenn das Mischungsverhältnis und die brennbaren Materialien in einem kritischen Mischungsverhältnis vorliegen. Beispiele hierzu sind Gasexplosionen und Mehl- oder Holzstaubexplosionen
  • Gasdicht verschlossene Behälter, deren Innendruck durch die Hitzeeinwirkung eines Feuers ansteigt, bis der Behälter platzt /explodiert
  • sich plötzlich ändernde Luftströmungen, die zur Änderung des Gasgemisches und Rauchgasexplosion führen (Backdraft)

 

Was vermitteln die Medien? 


In Actionfilmen werden regelmäßig Superhelden gezeigt, die mit normaler Garderobe minutenlang durch undurchsichtige Rauchschwaden in brennenden Räumen umherlaufen.

Superhelden, die sich minutenlang in stark verrauchten Räume aufhalten, sie gibt es:

Sie tragen Pressluftatmer (Atemschutzgeräte) und hitzebeständige Kleidung zum Überleben und kommen mit Fahrzeugen, die mit  beschriftet sind.


Brandablauf

Sind die Brandbedingungen erfüllt, kann sich ein Brand rasch ausbreiten. Wenn ein Entstehungsbrand noch mit einem Glas Wasser zu löschen ist, kann nach einer Minute bereits ein ganzer Eimer und nach zwei Minuten bereits ein Fass Wasser erforderlich sein.
Fazit: So früh wie möglich mit der Brandbekämpfung beginnen.

Brandbekämpfung
Priorität vor der Brandbekämpfung hat

  • Gesundheitsschutz der betroffenen Menschen sicherstellen, d.h. retten ins Freie oder in sichere Zonen, wenn der Fluchtweg versperrt ist
  • Eigenschutz
  • Brand/Rauchgas begrenzen (Fenster und Türen schließen, aber nicht abschließen



Die Löschverfahren:
Die Brandlöschung kann erfolgen durch
 

  • Abkühlung - Verbrennungswärme wird entzogen und dadurch die Reaktionsgeschwindigkeit heruntergesetzt. Wird die Temperatur im Verbrennungsprozess um 10°C gesenkt, verlangsamt sich die Verbrennungsgeschwindigkeit um die Hälfte bis ein Drittel. Eine Senkung um 100°C verlangsamt die Verbrennung auf ein Tausendstel ihrer Geschwindigkeit.
  • Ersticken - Das Mischungsverhältnis wird gestört, dies geschieht durch Luftabschluss beim Einsatz von Kohlendioxidlöscher (CO2) oder wenn Löschdecken bei Personenbränden zum Einsatz kommen.


Stoffe, die nur mit Flamme brennen, sind am besten durch Ersticken zu löschen, während eine Brandbekämpfung bei festen Stoffen, die unter Glutbildung verbrennen, besser durch Abkühlung erfolgt.


Feuerlöscher

In Privathaushalten ist häufig der Pulverlöscher anzutreffen. Er ist für die Brandklassen A,B und C geeignet.

  • Klasse A: Feste Stoffe
  • Klasse B: Flüssigkeiten und flüssig werdende Stoffe
  • Klasse C: Gase

Bei der Benutzung entsteht eine Pulverwolke, die  die Sicht stark einschränkt. Das Pulver ist sehr fein und dringt in die kleinsten Räume und Ritzen ein, wo es Elektronik und metallische Oberflächen irreparabel zerstört.

 

 

Sind keine Gasflaschen oder ein Gasanschluss im Haus vorhanden, sollte der Pulverlöscher durch einen Schaumlöscher ersetzt werden und sonst alternativ ein Schaumlöscher vor Ort sein. Beim Einsatz von Pulverlöscher verteilt sich das Pulver großflächig. Die Löschschäden sind nicht zu vernachlässigen. Zusätzlich wird die Sicht durch das schlagartige Austreten des Pulvers eingeschränkt.

Video im Internet zum Thema Feuerlöscher & Löschmethoden

 
Kübelspritze, Pulverlöscher, Schaumlöscher

Der Kohlendioxydlöscher und Fettbrandlöscher ist hier nicht abgebildet.


Machen Sie sich bereits vor dem "Ernstfall" mit der Handhabung des Feuerlöschers vertraut.